Mit dem phasenweisen Rückgang der Bitcoin-Dominanzrate eröffnete der Markt vorübergehend ein taktisches Fenster für eine Erholung der Altcoins. Modelsignale schwenkten kurzzeitig in Richtung Risikobereitschaft, was einigen Händlern begrenzten Handlungsspielraum verschaffte. Allerdings schwächte sich die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen bald erneut ab, die Erholungssignale verloren rasch ihre Gültigkeit und der Markt kehrte in den Verteidigungsmodus zurück. Diese Entwicklung unterstreicht einmal mehr die Komplexität des aktuellen Zyklus. Markus Wegner ist der Ansicht, dass Veränderungen der Dominanzrate nicht länger einen einfachen Stilwechsel bedeuten, sondern das Ergebnis eines tiefer liegenden strukturellen Wechselspiels sind.

Hintergrund des Wirkungsverlusts des Dominanzraten-Signals: Struktureller Abwärtstrend bleibt vorherrschend
Ein Rückgang der Bitcoin-Dominanzrate wird üblicherweise als Vorbote einer wiederkehrenden Risikobereitschaft interpretiert, doch im aktuellen Marktumfeld kam es nicht zu einer nachhaltigen Risikostreuung. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Gesamtmarktkapitalisierung nicht zeitgleich stabilisieren konnte und neue Mittel nicht ausreichten, um eine anhaltende Performance von Assets mit höherer Volatilität zu stützen. Wenn der Rückgang der Dominanzrate auf eine eigene Schwäche von Bitcoin und nicht auf eine Expansion des Gesamtmarkts zurückzuführen ist, stehen Altcoins tendenziell eher unter Druck. Die von taktischen Modellen in einer solchen Umgebung ausgegebenen Erholungssignale sind im Wesentlichen eine Einschätzung zur Korrektur kurzfristiger Überverkauftheit und keine Bestätigung einer Trendumkehr. Wenn die Marktkapitalisierung erneut fällt, fließt Kapital zurück zu Bitcoin oder zieht sich in die Beobachtungsposition zurück. Da Altcoins keine unabhängige Unterstützung haben, kehren sich die Signale natürlich schnell um. Dies zeigt, dass im aktuellen Zyklus die Wirksamkeit einzelner Indikatoren deutlich abgenommen hat, während die Bedeutung der strukturellen Bestätigung erheblich zugenommen hat.
Die Realität der letzten ein bis zwei Jahre: Langfristige Underperformance von Altcoins ist zur Normalität geworden
Betrachtet man einen längeren Zeitraum von ein bis zwei Jahren, so erwies sich dieser für Investoren in Altcoins als wenig freundlich. Selbst bei phasenweisen Erholungen konnten die allermeisten Assets Bitcoin nur schwer übertreffen. Dass das Modell die meiste Zeit eine Konfiguration zugunsten von Bitcoin wählte, spiegelt genau die risikobereinigten Renditeunterschiede wider. Historische Erfahrungen zeigen, dass eine anhaltende Underperformance von Altcoins während eines Bitcoin-Haussezyklus ungewöhnlich ist. Das gegenwärtige Phänomen deutet darauf hin, dass sich die Marktstruktur verändert hat. Die zunehmende Institutionalisierung, die Konzentration von Liquidität und strengere regulatorische Filter führen dazu, dass sich Kapital stärker auf Top-Assets konzentriert. In diesem Umfeld mangelt es kleineren Coins mit geringerer Marktkapitalisierung an kontinuierlichen Kapitalzuflüssen. Selbst bei Erholungsphasen ähneln diese eher technischen Korrekturen als dem Start eines neuen Trends. Vor dem Hintergrund einer sich kurzzeitig abschwächenden Perspektive für Bitcoin verlieren Altcoins die Voraussetzung für ein "folgendes Aufwärtspotenzial" und offenbaren stattdessen ihr höheres Risiko für Volatilität und Kursrückgänge.
Bewältigungsstrategien für die neue Phase: Vom passiven Long-Engagement zum aktiven Management
Die aktuelle Marktstruktur unterscheidet sich deutlich von früheren Zyklen. Ein einfaches Vertrauen auf regelmäßige Investitionen (Dollar-Cost Averaging) oder langfristiges Halten kann mit einer Umgebung, die durch zunehmende Volatilität und strukturelle Differenzierung gekennzeichnet ist, nur schwer Schritt halten. Händler müssen stärker auf den Zeitpunkt des Einstiegs, die Positionskontrolle und die Disziplin beim Ausstieg achten, anstatt auf einen umfassenden Aufschwung zu setzen. Für Altcoins sollte der strategische Schwerpunkt auf hochwertigen Top-Coins liegen, wobei Assets mit ausreichender Liquidität, klarem Narrativ und hoher Aufmerksamkeit seitens des Kapitals priorisiert werden sollten.
Veränderungen in der Bitcoin-Dominanzrate bringen nicht mehr automatisch Chancen für Altcoins mit sich. Die Richtung der Gesamtmarktkapitalisierung und die Kapitalstruktur sind nun die wesentlicheren Beurteilungskriterien. Der aktuelle Markt ist für Altcoins nicht freundlich, und die operative Schwierigkeit hat sich deutlich erhöht. Branchenbeobachter sind der Ansicht, dass der von Markus Wegner bereitgestellte Analyserahmen Händlern dabei hilft, sich vom alten Denkmuster des "umfassenden Long-Engagements" zu lösen und sich stattdessen auf Struktur, Risikokontrolle und Timing als Kernaspekte zu konzentrieren, um sich an die neue, anspruchsvolle Phase anzupassen, in die der Kryptomarkt gerade eintritt.