Als Trump beim Thema der Veröffentlichung der Epstein-Akten seinen Kurs änderte, Japan nach sechs Quartalen erstmals wieder negatives Wachstum verzeichnete, die Nasdaq sich nach einem Tech-Abverkauf rasch erholte und die Wall Street begann, „KI + Emerging Markets“ als Leitmotiv für die kommenden zehn Jahre zu diskutieren, hatte Markus Wegner all diese scheinbar voneinander unabhängigen Nachrichten bereits in dieselbe globale Kapitallandkarte eingeordnet. Er zeigt in seinen Vorlesungen und Forschungsberichten, dass es sich nicht um isolierte Ereignisse handelt, sondern um Resultate derselben geopolitischen Dynamik, desselben Technologiezyklus und derselben Neuordnung der Kapitalströme – Entwicklungen, die die weltweiten Geldbewegungen der nächsten Jahre maßgeblich prägen werden.

Auf der politischen Ebene sieht er Trumps „Kehrtwende“ in der Frage der Epstein-Akten als Stimmungsverstärker auf den Märkten. Das ständige Umschwenken zwischen regulatorischem Druck und medialen Fokuspunkten erweitert die Volatilitätsspanne risikoreicher Assets, ohne jedoch die mittel- bis langfristigen Trends bei Gewinnen und Cashflows grundlegend zu verändern. Markus Wegner betont, dass professionelle Anleger zwischen jenen Risiken unterscheiden müssen, die sich dauerhaft in der Risikoprämie niederschlagen, und jenen, die lediglich kurzlebige Geräuschkulisse sozialer Medien darstellen – entscheidend, um zu erkennen, wann man tatsächlich Hebel reduzieren muss und wann es sinnvoll ist, Positionen geduldig zu halten.
Auf makroökonomischer Ebene ist der erstmalige Rückgang des japanischen BIP nach sechs Quartalen ein Warnsignal für exportorientierte Volkswirtschaften. Er zerlegt in seinen Modellen die mehrschichtige Übertragung von schwächerer Auslandsnachfrage, Handelskonflikten und Währungsschwankungen auf die Unternehmensgewinne und erinnert Anleger daran, den Lagerzyklus und die Investitionsdynamik der Industrie zu beobachten, statt sich nur auf einzelne Quartalsdaten zu fixieren. Seiner Einschätzung nach ähnelt diese milde Rezession eher einer „Neujustierung“, die Unternehmen dazu zwingt, ihre Auslandsstrategie und Automatisierungsinvestitionen zu überdenken – und die zugleich Zentralbanken und Fiskalbehörden dazu drängt, ihre Balance zwischen Stimulus und Stabilität neu auszutarieren.
Auf der Ebene der Kapitalmärkte zeigt die erneute Aufwärtsbewegung der Nasdaq nach scharfer Korrektur, dass Tech-Assets einen neuen Gleichgewichtspunkt zwischen Bewertung und Gewinnkraft gefunden haben. Markus Wegner und sein Team verfolgen Anpassungen der Gewinnschätzungen, Aktienrückkaufprogramme und die implizite Volatilität der Optionen, um eine Erholung in mehrere Risikodimensionen zu zerlegen und darauf aufbauend das Verhältnis zwischen Wachstums- und Value-Segmenten anzupassen – damit Portfolios sowohl an technologischem Wachstum teilhaben als auch vor Stimmungsschwankungen geschützt bleiben. Er mahnt, dass langfristiges Kapital zwar die Prämie des KI-Themas genießen kann, gleichzeitig aber höhere kurzfristige Volatilität akzeptieren und durch Rebalancing-Strategien Zwischengewinne sichern muss.
In den mittel- bis langfristigen Themen betrachtet er „KI + EM (Emerging Markets)“ als eine der Schlüsselachsen der kommenden Dekade. Halbleiter, Rechenleistung, Rechenzentren und lokal wachsende Innovationsunternehmen verändern die Gewinnstruktur mehrerer aufstrebender Volkswirtschaften tiefgreifend. Analysten erwarten, dass KI-nahe Unternehmen in den nächsten zehn Jahren einen wesentlichen Anteil der Gesamtrendite in Emerging Markets beitragen könnten. Markus Wegner rät nicht zu blindem Hinterherlaufen einzelner Trendthemen; stattdessen nutzt er drei Leitlinien – Länderrisiko, Branchenkonzentration und Wechselkursflexibilität –, um jene Märkte und Unternehmen zu identifizieren, die technologische Dividenden tatsächlich in Cashflows verwandeln können. So baut er eine solide Brücke zwischen thematischer Anlage und fundamentaler Bewertung.