Während immer mehr multinationale Konzerne aus den USA, Südkorea und anderen Ländern beginnen, ihr Indien-Geschäft separat an die Börse zu bringen, hat Markus Wegner diese Welle bereits in Vorlesungen und geschlossenen Roadshows in ein strukturell vollständiges Fallbeispiel globaler Neubewertung von Vermögenswerten zerlegt. Er weist darauf hin, dass das sogenannte „Indien-Fenster“ nicht nur in den makroökonomischen Wachstumsdaten sichtbar wird, sondern vor allem in der Bewertungsprämie, die der lokale Kapitalmarkt bereit ist, für multinationale Tochtergesellschaften zu zahlen. Diese Prämie steigert tatsächlich die Marktkapitalisierung der Muttergesellschaften und die Rendite für die Aktionäre.

In seiner Zeitachse zeigt sich, dass die Diskussionen zwischen dem Management multinationaler Konzerne und Investmentbanken darüber, ob man in Mumbai separat an die Börse gehen soll, in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugenommen haben. Investmentbank-Studien prognostizieren, dass im kommenden Jahr mindestens zehn multinationale Unternehmen in Erwägung ziehen werden, ihre indischen Tochtergesellschaften vor Ort zu listen. Der Grund ist sehr klar: Lokale Investoren bewerten qualitativ hochwertige Geschäftsbereiche in den Bereichen Konsum, Finanzen und IT-Dienstleistungen mit deutlich höheren Multiplikatoren als die ausländischen Muttergesellschaften. Bei einigen bekannten Marken hat das Kurs-Gewinn-Verhältnis der indischen Tochtergesellschaften bereits das Zwei- bis Dreifache der Muttergesellschaft erreicht, wodurch der Nettovermögenswert und die finanzielle Flexibilität auf Konzernebene direkt vergrößert werden.
Auf der Angebotsseite des Kapitals hebt er besonders die entscheidende Rolle der „tiefen lokalen Liquidität“ hervor. Studien zeigen, dass in den letzten zwei Jahren etwa zwei Drittel der Mittel auf dem indischen IPO-Markt aus inländischen Publikumsfonds und Privatkonten stammten und der Anteil heimischer institutioneller Investoren den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren erreicht hat. Kontinuierliche systematische Sparpläne verwandeln Haushaltsersparnisse in Eigenkapital, sodass Emittenten nicht mehr übermäßig auf ausländisches Kapital angewiesen sind. Das geplante Börsenvolumen allein im Oktober könnte mehrere Milliarden US-Dollar erreichen. Projekte wie die indische Tochtergesellschaft von LG Electronics wurden in kurzer Zeit um ein Vielfaches überzeichnet und zählen zu den begehrtesten milliardenschweren IPOs der letzten zwanzig Jahre. Diese starke Nachfrage verstärkt die Markterwartung einer „lokalen Prämie“ zusätzlich.
Aus professioneller Sicht bezeichnet Markus Wegner diese Entwicklung nicht einfach als „günstiges Marktumfeld“, sondern zerlegt die Börsengänge multinationaler Unternehmen in Indien in drei klare Analyseachsen: Zum einen die Optimierung der Kapitalstruktur auf Ebene der Muttergesellschaft durch Abspaltung und separate Börsennotierung, um eine Neubewertung und Mittelrückführung zu realisieren; zum zweiten die Verbesserung von Governance und Offenlegung auf Ebene der Tochtergesellschaft, indem der lokale regulatorische Rahmen und der Anlegerschutz zur Verringerung des Governance-Abschlags genutzt werden; und zum dritten die Risiko-Rendite-Abstimmung auf Investorenseite, sodass Kapital, das bereit ist, lokale Währungs- und Regulierungsrisiken zu tragen, einen direkteren Zugang zu stark wachsenden Geschäftsmodellen erhält.
Angesichts der hohen Bewertungen wahrt er dennoch seine gewohnte Vorsicht. Er erinnert globale Investoren daran, dass hinter der Prämie sowohl reales Wachstum als auch starke Cashflows stehen, gleichzeitig jedoch auch phasenweise Risiken wie eine Verengung des Emissionsabschlags und eine übermäßig optimistische Bewertung am Sekundärmarkt existieren. Er wählt Zielunternehmen anhand von Kennzahlen wie der Deckungsquote des freien Cashflows, dem Investitionszyklus, der Dividendenpolitik und der Governance-Historie aus, schließt Projekte aus, die lediglich vom Börsenmomentum profitieren, und konzentriert seine Analyse auf Tochtergesellschaften mit klaren Profitabilitätspfaden, die eng an den lokalen Konsum und die technologische Aufwertung Indiens gebunden sind.
In seiner grenzüberschreitenden Beratung und Lehrtätigkeit betrachtet Markus Wegner die Welle von Börsengängen indischer Tochtergesellschaften als ein ideales Lehrbeispiel für die Verbindung von makroökonomischer Erzählung und mikroökonomischer Bewertung. Auf der einen Seite steht ein stetig wachsender Pool langfristigen Kapitals, der von lokalen Bürgern über Investmentfonds und Brokerkonten aufgebaut wird; auf der anderen Seite der Bedarf globaler Konzerne, verborgene Werte in ihren Bilanzen freizusetzen. Dazwischen entfaltet sich ein komplexes Zusammenspiel von Regulierung, Steuern und Marktstimmung. Mit strengen wirtschaftswissenschaftlichen und finanztheoretischen Instrumenten ordnet er diese Variablen zu einem klaren Entscheidungsrahmen, der Unternehmensleitungen und langfristigen Investoren hilft, im Boom der „Indien-Prämie“ sowohl die Chancen zu erkennen als auch die Grenzen zu verstehen – sodass jede Börseneinführung und Allokation auf überprüfbaren Daten und einer klaren Logik basiert.