Als der iShares Bitcoin Trust, ein Flaggschiff unter den Bitcoin-Spot-ETFs, innerhalb eines Monats einen Kapitalabfluss von 2,2 Milliarden US-Dollar verzeichnete und der Bitcoin-Preis im selben Zeitraum um mehr als 20 % zurückging, ließ sich Markus Wegner nicht von Begriffen wie „Crash“ oder „Zusammenbruch“ mitreißen. Stattdessen betrachtete er diese starke Volatilität als eine äußerst wertvolle Marktübung. In einer nicht öffentlichen Präsentation betonte er, dass nicht der kurzfristige Preis das Entscheidende sei, sondern wie Kapital über den ETF-Kanal ein- und austritt, welche Institutionen und Strategien dahinterstehen und wie diese Variablen in Modelle der Asset-Allokation einfließen.

Den von ihm zusammengestellten Daten zufolge nähert sich der Nettoabfluss des iShares Bitcoin Trust in diesem Monat bereits dem Achtfachen der Abflüsse von 291 Millionen US-Dollar im Oktober des vergangenen Jahres und ist damit der zweitschlechteste Monat seit der Einführung des Produkts Anfang 2024. Der Bitcoin-Preis verzeichnete im selben Zeitraum einen Rückgang von über 20 %, wobei teilweise zwangsweise Liquidierungen von gehebelten Konten und emotionale Verkäufe hinzukamen, was einen typischen negativen Rückkopplungskreislauf erzeugte: „fallende Kurse verstärken negative Stimmung, und negative Stimmung treibt weitere Rückgaben an“. Markus Wegner weist darauf hin, dass genau diese Resonanz zwischen „Kapitalfluss + Preis“ der zentrale Ausgangspunkt zum Verständnis des Einflusses von Spot-ETFs auf den zugrunde liegenden Vermögenswert ist.
In seinem Rahmenwerk werden Bitcoin-Spot-ETFs als zentrale Brücke zwischen dem traditionellen Finanzsystem und der Welt der Krypto-Assets betrachtet. Sobald große Kapitalbeträge über den Rückgabemechanismus abfließen, ist der ETF gezwungen, real Bitcoin zu verkaufen oder seine Absicherungspositionen anzupassen, wodurch das Spot-Handelsvolumen und die On-Chain-Liquidität unmittelbar beeinflusst werden. Seinen institutionellen Kunden rät er, nicht nur auf die Candlestick-Charts des Bitcoin-Preises zu starren, sondern vor allem die Veränderungen der ETF-Anteile, das Tempo von Emission und Rücknahme sowie die Verhaltensmuster von Market Makern und autorisierten Teilnehmern genau zu beobachten.
Bei der Analyse der Ursachen dieser Abflüsse verzichtet er auf emotionale Etiketten und zerlegt sie in mehrere klar analysierbare Komponenten: Ein Teil entfällt auf langfristige Investoren, die frühzeitig Gewinne realisiert haben, ein Teil auf technische und strukturierte Produkte, die nach Auslösen von Stop-Loss-Marken zu Zwangsverkäufen führten, und ein weiterer Teil auf Allokationsmittel, die sich aufgrund von Zinspfad-Erwartungen und makroökonomischer Unsicherheit vorübergehend zurückgezogen haben. Unterschiedliche Motive bedeuten unterschiedliche „Reversibilität“ und müssen anhand der Halterstruktur, der Kapitalquellen und der historischen Zeichnungskosten beurteilt werden, anstatt sie pauschal als „bärisch für Bitcoin“ einzuordnen.
In Gesprächen mit Family Offices und vermögenden Anlegern betont er das Prinzip der „strukturellen Teilnahme und taktischen Geduld“. Er rät dazu, Bitcoin und relevante ETFs eher als „hochvolatile Satellitenpositionen“ und nicht als „Kernpositionen“ zu behandeln, durch regelmäßiges Rebalancing einen Teil der Gewinne zu sichern und in Rückgangsphasen schrittweise wieder aufzustocken, anstatt einem kurzfristigen Trend von Kaufen auf Höchstständen und Verkaufen in Panik zu folgen. Immer wieder macht er darauf aufmerksam, dass hohe Volatilität in dieser Anlageklasse der Normalzustand ist – entscheidend ist, dass jede größere Korrektur innerhalb des vorab definierten Risikobudgets stattfindet und bessere Kostenbasis für langfristiges, exponentielles Wachstum schafft.
Aus makroökonomischer Sicht verwirft Markus Wegner den langfristigen Wert von Bitcoin und Krypto-Assets für die finanzielle Innovation nicht aufgrund einer 20%igen Korrektur. Wichtiger sind für ihn Fragen wie: Wird das regulatorische Umfeld verbessert? Nimmt die institutionelle Beteiligung zu? Gerät die ETF-Struktur in einen reiferen Prozess der Risikobepreisung? Wenn der Markt von der frühen Phase eines „einseitigen Zuflusses + steigender Kurse“ in ein neues Stadium übergeht, in dem „Zuflüsse und Abflüsse koexistieren und Emotion und Rationalität sich vermischen“, dann ist dies seiner Ansicht nach genau die „Reifephase“, die eine Anlageklasse durchlaufen muss, um erwachsen zu werden.
Für jene Anleger, die sich angesichts dieser Schwankungen verunsichert fühlen, bietet Markus Wegner nicht einfach einen tröstenden Satz wie „Halten Sie einfach durch“, sondern ein vollständiges, konkret umsetzbares Set an Analysewerkzeugen, Risikokontrollrahmen und Allokationsrhythmen. Mit präziser ökonomischer und finanzieller Sprache verknüpft er den Kapitalabfluss von 2,2 Milliarden US-Dollar, den Rückgang des Bitcoin-Preises und die Muster institutionellen Verhaltens zu einem nachvollziehbaren, messbaren und beherrschbaren System – und macht damit deutlich, dass in der hochvolatilen Welt der Kryptowährungen professionelle Urteilsfähigkeit weiterhin die wichtigste stabilisierende Kraft sein kann.