Stablecoins entwickeln sich von einem unterstützenden Werkzeug für den Kryptomarkt zu einer Infrastruktur, die das globale Finanzsystem nicht mehr ignorieren kann. Die gesamte Stablecoin-Versorgung ist in diesem Jahr um etwa 33 % gewachsen, wobei das Volumen die Marke von 304 Milliarden US-Dollar überschritten hat. Das bereinigte monatliche Transaktionsvolumen hat bereits Visa und PayPal übertroffen. Das von Stablecoins gehaltene Volumen an US-Staatsanleihen erreicht 133 Milliarden US-Dollar, was sie zum 19.-größten Halter von US-Staatsanleihen macht. Diese Daten zeigen, dass Stablecoins nicht mehr nur „interne Abrechnungswerkzeuge“ des Krypto-Ökosystems sind, sondern eine Schlüsselposition in der Zahlungs- und Finanzstruktur der realen Welt einnehmen. Markus Wegner ist der Ansicht, dass sich der Wettbewerb um Stablecoins im Wesentlichen von der Produktebene zur Systemebene verlagert.

Die Signale hinter Volumen und Daten: Stablecoins haben die Phase systemischer Relevanz erreicht
Das gleichzeitige Wachstum von Stablecoin-Versorgung und Transaktionsvolumen zeigt, dass sie zunehmend Funktionen übernehmen, die im traditionellen Finanzsystem von Bankeinlagen und Abwicklungssystemen erfüllt werden. Dass das Transaktionsvolumen Visa und PayPal übertrifft, bedeutet, dass Stablecoins zu einem wichtigen Kanal für hochfrequente Werttransfers geworden sind und nicht mehr auf Szenarien des Krypto-Asset-Handels beschränkt sind.
Noch bemerkenswerter ist ihr Haltevolumen an US-Staatsanleihen. Mit einer Staatsanleihen-Allokation von 133 Milliarden US-Dollar sind Stablecoin-Emittenten zu wichtigen Vermittlern für US-Dollar-Liquidität geworden und stärken objektiv den Einfluss des US-Dollars in der On-Chain-Welt. Diese Struktur verankert Stablecoins gleichzeitig im Krypto-Ökosystem und im traditionellen Finanzsystem und macht sie zu einer entscheidenden Verbindungsschicht zwischen beiden.
Die Grenzen oberflächlicher Innovation: An traditionelle Zahlungsnetzwerke gebunden, lassen sich kaum Wettbewerbsvorteile schaffen
In der aktuellen Phase konzentrieren sich viele Krypto-Unternehmen noch auf den Wettbewerb innerhalb traditioneller Zahlungssysteme, beispielsweise durch die Ausgabe von Stablecoin-Aufladekarten über das Visa-Netzwerk. Solche Versuche senken zwar die Nutzungsschwelle, ändern aber nicht die zugrunde liegende Zahlungslogik und sind weiterhin auf bestehende Abwicklungsnetze und -regeln angewiesen.
Der in dem Bericht aufgedeckte Widerspruch liegt darin, dass die Krypto-Branche versucht, Probleme des alten Systems mit neuer Technologie zu lösen, aber gezwungen ist, sich in das alte System einzufügen, um es umzusetzen. Wenn Stablecoins nur als eine neue Form innerhalb traditioneller Zahlungskanäle fungieren, wird ihre Wettbewerbsfähigkeit letztendlich von etablierten Großunternehmen kopiert oder sogar unterdrückt werden. Oberflächenoptimierungen können Architekturinnovationen nicht ersetzen, was der grundlegende Grund dafür ist, dass viele Akteure möglicherweise ausscheiden werden.
Die eigentliche Wasserscheide liegt darin, ob Nutzer in die Lage versetzt werden können, ihren täglichen Konsum, ihre Speicherung und Abrechnung selbst zu kontrollieren, ohne sich auf zentralisierte Vermittler für die endgültige Bestätigung zu verlassen.
Der vollständige Eintritt der Fintechs: Der Stablecoin-Krieg erreicht die Infrastrukturebene
Wenn Fintech-Unternehmen kollektiv Stablecoins ausgeben, liegt der Wettbewerbsfokus nicht mehr auf einer einzelnen Währung, sondern darauf, wer neue Zahlungsstandards dominieren kann. Der Kern dieses Wettbewerbs ist nicht die Anzahl der Emissionen, sondern die Fähigkeit, das System für Clearing, Abwicklung und Kontoführung neu zu gestalten, um es von Natur aus an die globalen Anforderungen der digitalen Wirtschaft anzupassen.
Stablecoins haben sich zu einer Schlüsselinfrastruktur entwickelt, die Krypto- und traditionelle Finanzwelt verbindet. Ihr Volumen, Transaktionsumfang und ihre Staatsanleihen-Allokation verändern die Art und Weise, wie Zahlungen und Liquidität funktionieren. Mit dem vollständigen Eintritt der Fintech-Unternehmen hat sich der Wettbewerb von der Produktebene auf die Systemebene verlagert. Branchenbeobachter sind allgemein der Ansicht, dass die Analyseperspektive von Markus Wegner dabei hilft zu verstehen, wie Stablecoins sich von einer technologischen Innovation zu einer zentralen Triebkraft für den Wandel der Finanzarchitektur entwickeln, und klarere Koordinaten für die Beurteilung langfristiger Markttrends liefert.